Kinderwagen

Den richtigen Kinderwagen finden

Der Kinderwagen gehört für viele Familien zu den wichtigsten Anschaffungen vor der Geburt. Er erleichtert Spaziergänge, Besuche und kleine Einkäufe. Manche Babys schlafen durch die gleichmäßige Bewegung schnell ein, bei anderen funktioniert das weniger zuverlässig. Doch welcher Kinderwagen passt zu Ihrem Alltag? Dieser Ratgeber hilft bei der Auswahl.

Das erwartet Sie in unserem Ratgeber:

Kinderwagen ab der Geburt

In den ersten Lebensmonaten benötigt das Baby eine feste und möglichst ebene Liegefläche. Dafür eignet sich eine Babywanne, die ausdrücklich ab der Geburt zugelassen ist. Sie bietet dem Kind ausreichend Platz und schützt seitlich vor Wind und äußeren Einflüssen.

Die Babywanne muss gut belüftet sein. Verwenden Sie ausschließlich die vorgesehene, passgenaue Matratze. Zusätzliche Kissen, Felle und dicke Unterlagen gehören nicht hinein. Im Sommer kann ein passender Insektenschutz verwendet werden. Er muss fest sitzen und eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen.

Bei einem Travelsystem lässt sich eine kompatible Babyschale mit freigegebenen Adaptern auf dem Kinderwagengestell befestigen. Das ist für kurze Wege zwischen Auto und Wohnung praktisch. Eine Babyschale ersetzt bei längeren Spaziergängen jedoch keine flache Babywanne. Babys sollten nicht unnötig lange in der gekrümmten Sitzposition bleiben.

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Darf es etwas mehr sein? Der Kombikinderwagen

Sobald die Babywanne zu klein wird und das Kind selbstständig stabil sitzen kann, kommt der Sportwagenaufsatz zum Einsatz. Viele Modelle besitzen eine verstellbare Rückenlehne und Fußstütze. Der Sitz lässt sich bei zahlreichen Kinderwagen mit Blick zu den Eltern oder in Fahrtrichtung montieren.

Kombikinderwagen werden als 2-in-1-, 3-in-1- oder 4-in-1-Sets angeboten. Diese Bezeichnungen sind nicht einheitlich geregelt. Prüfen Sie deshalb immer, welche Bestandteile tatsächlich zum Lieferumfang gehören.

  • Kinderwagen 2 in 1: Zum Set gehören üblicherweise eine Babywanne und ein Sportwagenaufsatz für dasselbe Fahrgestell.
  • Kinderwagen 3 in 1: Häufig wird das 2-in-1-System um eine kompatible Babyschale ergänzt.
  • Kinderwagen 4 in 1: Bei manchen Angeboten kommt zusätzlich eine passende ISOFIX-Basis für das Auto hinzu. Andere Hersteller zählen stattdessen ein Zubehörteil als vierte Komponente.

Die Babyschale und eine gegebenenfalls enthaltene Basis müssen nach der aktuellen UN-Regelung 129 zugelassen und mit dem Fahrzeug kompatibel sein. ISOFIX vereinfacht die Montage, ist aber keine Garantie dafür, dass jede Basis in jedes Auto passt.

Wickeltasche, Fußsack, Regenverdeck, Sonnenschirm und Insektenschutz sind je nach Angebot enthalten oder separat erhältlich. Verwenden Sie ausschließlich Zubehör, das zum Kinderwagen passt und weder Belüftung noch Bremsen, Gurte oder Faltmechanismus beeinträchtigt.

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Wendige Kinderwagen für Stadt und Gelände

Zu den kompakten und sportlichen Kinderwagenarten gehören Buggys und Jogger. Ein Reise- oder Stadtbuggy lässt sich klein zusammenklappen und ist besonders auf befestigten Wegen sehr wendig. Er eignet sich für Kinder, die über die vom Hersteller geforderte Kopf- und Rumpfstabilität verfügen.

Dreirädrige Kinderwagen besitzen häufig große Räder und einen langen Radstand. Das kann auf unebenen Wegen Vorteile bieten. Ein sportliches Aussehen macht einen Wagen jedoch nicht automatisch zum Jogger. Zum Laufen darf ausschließlich ein Modell verwendet werden, das der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt.

Viele Hersteller empfehlen das Joggen frühestens ab einem Alter von ungefähr sechs Monaten. Entscheidend sind jedoch der Entwicklungsstand des Kindes und die Anleitung des konkreten Modells. Bei einem Kind unter einem Jahr empfiehlt sich eine vorherige Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.

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Kinderwagen für zwei Kinder

Zwillinge und Geschwister mit geringem Altersabstand können gemeinsam in einem Zwillings- oder Geschwisterkinderwagen transportiert werden. Die Plätze befinden sich entweder nebeneinander, hintereinander oder versetzt auf unterschiedlichen Ebenen.

Ein Side-by-Side-Wagen bietet beiden Kindern eine vergleichbare Aussicht, benötigt aber mehr Platz in der Breite. Ein Tandemwagen bleibt schmaler, ist dafür länger und unter Umständen schwerer zu wenden. Bei modularen Systemen lassen sich abhängig vom Alter Babywanne, Sportwagenaufsatz und teilweise eine Babyschale miteinander kombinieren.

Bei einigen Modellen kann vorübergehend nur ein Platz genutzt werden. Andere benötigen immer beide Sitze oder bestimmte Adapter. Prüfen Sie die freigegebenen Kombinationen und die zulässige Belastung jeder einzelnen Position.

Der ABC Design Zoom ist ein bekanntes Beispiel für einen modularen Tandemwagen. Frühere Auszeichnungen und Testergebnisse gelten nur für die jeweils geprüfte Modellversion und dürfen nicht ohne Weiteres auf aktuelle Nachfolger übertragen werden.

Zwillings- und Geschwisterkinderwagen
Side-by-Side- und Tandemwagen haben unterschiedliche Stärken. Vor dem Kauf sollten Türen, Aufzug und Kofferraum ausgemessen werden.
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Retrokinderwagen: Klassische Optik mit moderner Ausstattung

Für viele Eltern spielt neben der Funktion auch das Design eine wichtige Rolle. Ein Retrokinderwagen verbindet eine nostalgische Optik mit moderner Technik. Typische Merkmale sind große Speichenräder, eine weich abgestimmte Federung und eine geräumige Babywanne.

Die großen Räder rollen häufig angenehm über Kopfsteinpflaster und unebene Wege. Dafür sind Retromodelle meist schwerer und benötigen zusammengeklappt mehr Platz als moderne kompakte Kinderwagen. Vier starre Räder können zudem in engen Geschäften weniger wendig sein.

Auch bei einem Retrokinderwagen stehen Sicherheit und Ergonomie vor der Optik. Achten Sie auf eine feste, ebene Matratze, zuverlässige Bremsen und einen gut einstellbaren Sicherheitsgurt am später verwendeten Sportwagenaufsatz.

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Retrokinderwagen mit großer Babywanne und Speichenrädern
Das Angebot reicht vom kompakten Reisebuggy bis zum klassischen Retrokinderwagen. Entscheidend ist, welches Modell zum Alltag der Familie passt.

Ausflüge mit der ganzen Familie

Für einen Familienausflug eignen sich je nach Alter des Kindes ein Kombikinderwagen, Sportwagen oder Buggy. Wählen Sie die Strecke passend zu Rädern, Federung und Wetter. Ein leichter Stadtbuggy ist auf einem Waldweg möglicherweise überfordert, während ein großer Geländewagen in Bus und Bahn unpraktisch sein kann.

Für Fahrradausflüge kommt ein geeigneter Kinderfahrradanhänger infrage. Informationen zu Alter, Kupplung, Sicherheit und Ausstattung finden Sie im Artikel „Fahrradanhänger für Kinder, Lasten und mehr“.

Je nach Ausflugsziel kann auch ein Bollerwagen praktisch sein. Kinder dürfen darin nur transportiert werden, wenn das Modell ausdrücklich dafür zugelassen ist und geeignete Sitze, Gurte und Bremsen besitzt. Für Babys ist ein gewöhnlicher Bollerwagen kein Ersatz für den Kinderwagen.

Welcher Kinderwagen passt zu mir?

Die wichtigste Frage lautet: Wo und wie werden Sie den Kinderwagen hauptsächlich verwenden? Für Waldwege, Kopfsteinpflaster und andere unebene Flächen sind große Räder und eine wirksame Federung von Vorteil. Luftreifen bieten viel Komfort, benötigen aber regelmäßige Pflege. Luftkammer- und Vollgummiräder sind pannensicherer, dämpfen je nach Ausführung jedoch weniger stark.

Für die Stadt eignen sich schwenkbare Vorderräder, die sich auf unebenen Wegen in Geradeausstellung arretieren lassen. Ein breiter Wagen kann in kleinen Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln unpraktisch sein. Messen Sie bei Bedarf Haustür und Aufzug aus.

Wird der Kinderwagen oft im Auto transportiert, sind Faltmaß, Gewicht und ein einfacher Klappmechanismus wichtig. Probieren Sie aus, ob Sie den Wagen allein anheben können. Prüfen Sie außerdem, ob Aufsätze oder Räder vor dem Verstauen entfernt werden müssen.

Nutzen mehrere Personen den Wagen, sollte der Schiebebügel ausreichend verstellbar sein. Schultern und Rücken bleiben entspannter, wenn der Griff zur Körpergröße passt. Ein Knick- oder Teleskopschieber kann dafür unterschiedliche Einstellmöglichkeiten bieten.

Bekannte Kinderwagenhersteller

Der Kinderwagenmarkt verändert sich regelmäßig. Marken werden neu ausgerichtet, Modellreihen eingestellt oder durch Nachfolger ersetzt. Prüfen Sie deshalb bei jedem Anbieter das aktuelle Sortiment und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Maxi-Cosi ist vor allem für Babyschalen, Kindersitze und Travelsysteme bekannt und bietet außerdem Kinderwagen und Buggys an. Marken wie Quinny oder Bébé Confort waren früher ebenfalls stark im Kinderwagenmarkt vertreten, sind heute aber je nach Land nicht mehr mit demselben Sortiment verfügbar.

Hauck stammt aus Oberfranken und führt Kombikinderwagen, Buggys und Geschwisterwagen in unterschiedlichen Preisklassen. Chicco bietet neben weiterer Babyausstattung auch Kinderwagen und Buggys an. Emmaljunga ist unter anderem für große Kombi- und Geschwisterwagen bekannt.

Weitere bekannte Marken sind Bergsteiger, Cybex, Bugaboo, Knorr-Baby, ABC Design und Hartan. Die Preisspanne innerhalb einer Marke kann erheblich sein. Ein Markenname oder hoher Preis ist allein kein Beleg für eine gute Ergonomie oder hohe Sicherheit.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl

  • Die Kennzeichnung nach DIN EN 1888 kann darauf hinweisen, dass der Kinderwagen nach den einschlägigen europäischen Anforderungen konstruiert und geprüft wurde. Sie ist jedoch kein eigenständiges Prüfsiegel.
  • Die Babywanne sollte ausreichend lang und breit sein, damit das Kind bequem und flach liegen kann. Starre Mindestmaße wie 78 × 30 cm ersetzen keine individuelle Prüfung.
  • Im Sportwagenaufsatz sichert ein gut einstellbarer Fünfpunktgurt das Kind. Ein Schutzbügel erhöht den Komfort, ersetzt den Gurt aber nicht.
  • Der Einkaufskorb sollte gut erreichbar sein und ausreichend Platz bieten. Schwere Taschen gehören nicht an den Schiebebügel, weil der Wagen dadurch kippen kann.
  • Bei zwei kleinen Kindern kommen ein Geschwisterwagen oder – für ein bereits sicher stehendes älteres Kind – ein freigegebenes Buggy-Board infrage.
  • Bremsen, Verriegelungen, Räder und Gurte sollten sich leicht bedienen und zuverlässig kontrollieren lassen.
  • Bezüge und Matratzenbezug sollten abnehmbar und entsprechend den Pflegehinweisen waschbar sein.
  • Eine Probefahrt zeigt besser als technische Daten, ob Wendigkeit, Federung und Schieberhöhe zu Ihnen passen.

Unser Ratgeber: Weitere Kinderwagen im Detail