Kinderwagen unterscheiden sich deutlich in ihrer Bauweise, Ausstattung und möglichen Nutzungsdauer. Begriffe wie Erstlingswagen, Kombikinderwagen, Geschwisterwagen oder Buggy sind für werdende Eltern zunächst nicht immer selbsterklärend. In diesem Ratgeber lernen Sie die wichtigsten Kinderwagenarten und ihre Besonderheiten kennen. So können Sie leichter einschätzen, welches Modell zu Ihrer Familie und Ihrem Alltag passt.
Das erwartet Sie in unserem Ratgeber:
Der Kombikinderwagen für eine lange Nutzungsdauer
Ein Kombikinderwagen kann das Kind von der Geburt bis ins Kleinkindalter begleiten. Für die ersten Lebensmonate besitzt er eine Babywanne mit einer festen und ebenen Liegefläche. Sobald das Kind selbstständig und stabil sitzen kann, wird die Wanne gegen einen Sportwagenaufsatz ausgetauscht.
Bei einem 3-in-1-Kinderwagen gehören üblicherweise Fahrgestell, Babywanne, Sportwagenaufsatz und Babyschale zum System. Da die Anbieter den Begriff nicht immer einheitlich verwenden, sollten Sie den tatsächlichen Lieferumfang genau prüfen. Eine herausnehmbare Tragetasche kann bei manchen Modellen Bestandteil der Babywanne sein, zählt aber nicht grundsätzlich als eigene Nutzungsstufe.
Der Vorteil eines Kombikinderwagens liegt darin, dass nicht nach wenigen Monaten ein vollständig neuer Kinderwagen gekauft werden muss. Das Fahrgestell wird weiterverwendet, während lediglich der Aufsatz wechselt. Ob sich dadurch tatsächlich Geld sparen lässt, hängt von Preis, Qualität und der Länge der Nutzung ab.
Kombikinderwagen sind häufig stärker gefedert und mit größeren Rädern ausgestattet als kompakte Buggys. Dadurch bieten sie auf Kopfsteinpflaster und unebenen Wegen meist mehr Fahrkomfort. Gleichzeitig sind sie in der Regel schwerer und benötigen zusammengeklappt mehr Platz.
Viele Sportwagenaufsätze besitzen eine gepolsterte Sitzfläche und eine verstellbare Rückenlehne. Bei zahlreichen Modellen kann der gesamte Sitz sowohl mit Blick zu den Eltern als auch in Fahrtrichtung montiert werden. Ein klassischer Schwenkschieber, der einfach über den Wagen hinweg umgelegt wird, ist dagegen nur bei bestimmten Konstruktionen vorhanden.
Zum möglichen Zubehör gehören Regen- und Insektenschutz, ein Einkaufskorb, eine Wickeltasche und ein Getränkehalter. Nicht jedes Zubehörteil ist im Kaufpreis enthalten. Insbesondere beim Regenschutz sollte geprüft werden, ob er eine ausreichende Belüftung gewährleistet.
Schwenkbare Vorderräder verbessern die Wendigkeit in Geschäften und auf engen Gehwegen. Auf unebenen Strecken sollten sie sich in Geradeausstellung arretieren lassen. Ein höhenverstellbarer Schiebebügel ist sinnvoll, wenn unterschiedlich große Personen den Wagen nutzen.
Ein Kombikinderwagen kostet häufig mehr als ein einfacher Buggy. Dafür kann er je nach zulässigem Gewicht, Sitzgröße und Entwicklung des Kindes etwa drei bis vier Jahre genutzt werden. Die tatsächliche Nutzungsdauer richtet sich immer nach den Herstellerangaben.
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Der Geschwisterwagen für zwei Kinder
Ein Geschwisterwagen ist vor allem für zwei Kinder unterschiedlichen Alters gedacht. Im Unterschied zu vielen Zwillingswagen können die beiden Plätze unterschiedlich ausgestattet sein, beispielsweise mit einer Babywanne für das jüngere und einem Sportwagensitz für das ältere Kind.
In einem Geschwisterkinderwagen können die Kinder hintereinander oder nebeneinander sitzen. Hintereinander angeordnete Modelle werden häufig als Tandemwagen bezeichnet. Sie sind meist schmaler als nebeneinander angeordnete Varianten, dafür aber länger und teilweise schwieriger zu wenden.
Bei einem Tandemwagen ist der hintere Platz häufig weiter verstellbar und kann je nach Modell mit einer Babywanne ausgestattet werden. Dadurch eignet er sich für das jüngere Kind. Das ältere Geschwisterkind sitzt meist vorne und kann die Umgebung beobachten. Diese Aufteilung ist jedoch nicht bei allen Modellen gleich. Maßgeblich sind die Herstellerangaben zu Alter, Gewicht und geeigneter Sitzposition.
Ein Geschwisterwagen kann ab der Geburt verwendet werden, wenn mindestens ein Platz über eine zugelassene Babywanne oder eine andere ausdrücklich für Neugeborene geeignete, vollständig flache Liegefläche verfügt. Reine Buggysitze eignen sich erst, wenn das Kind die erforderliche Sitz- und Rumpfstabilität besitzt.
Starre Altersempfehlungen wie „für ein zweijähriges und ein sechs Monate altes Kind“ sind wenig hilfreich. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und weisen im selben Alter verschiedene Körpergrößen und Gewichte auf. Prüfen Sie daher die zulässige Belastung jedes einzelnen Sitzes sowie das Gesamtgewicht des Wagens.
Ein Fünfpunktgurt sichert beide Kinder in ihren Sitzen. Separate Verdecke sind praktisch, weil Schlaf- und Sonnenschutz individuell eingestellt werden können. Die Rückenlehnen sollten sich unabhängig voneinander verstellen lassen.
Geschwisterwagen sind häufig schwerer als Einzelkinderwagen. Je nach Bauweise kann das Gewicht deutlich unter oder über 20 kg liegen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Sie den Wagen allein anheben, zusammenklappen und im Kofferraum verstauen können.
Auch bei der Breite gibt es große Unterschiede. Ein Wagen mit etwa 80 cm Breite passt nicht zwangsläufig durch jede Tür. Messen Sie Wohnungstür, Aufzug, Treppenhaus und Kofferraum vorher genau aus. Bei Tandemmodellen ist zusätzlich die größere Gesamtlänge zu berücksichtigen.
Wer einen Geschwisterwagen für Zwillinge nutzen möchte, muss prüfen, ob beide Plätze ab derselben Entwicklungsstufe verwendet werden können. Bei einigen Tandemwagen unterscheiden sich Sicht, Beinfreiheit und maximale Belastung der beiden Sitze.
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Der Zwillingskinderwagen
Ein Zwillingskinderwagen ist für zwei gleichaltrige Kinder ausgelegt. Die Sitze oder Babywannen können nebeneinander, hintereinander oder einander zugewandt angeordnet sein. Welche Bauweise besser geeignet ist, hängt vom verfügbaren Platz und den persönlichen Anforderungen ab.
Bei nebeneinander angeordneten Sitzen haben beide Kinder eine vergleichbare Aussicht und können miteinander kommunizieren. Der Wagen ist dadurch jedoch breiter. Vor dem Kauf sollten deshalb Türen, Aufzug und Kofferraum ausgemessen werden.
Mit zwei passenden Babywannen lässt sich ein Zwillingskinderwagen von der Geburt an verwenden. Manche Systeme sind zusätzlich mit Babyschalen kompatibel. Dafür werden vom Hersteller freigegebene Adapter benötigt. Die Babyschale eignet sich auf dem Kinderwagengestell nur für kurze Wege und ersetzt bei längeren Spaziergängen keine flache Babywanne.
Sobald die Kinder selbstständig sitzen können und die Babywannen zu klein werden, kommen die Sportwagenaufsätze zum Einsatz. Bei manchen Modellen lassen sie sich einzeln in unterschiedliche Richtungen montieren. So können beide Kinder zu den Eltern, nach vorn oder einander ansehen.
Die zulässige Belastung ist modellabhängig. Eine Grenze von 15 kg pro Sitz gilt nicht für jeden Zwillingswagen. Auch die maximale Gesamtbelastung darf nicht pauschal mit 45 kg angegeben werden, da dabei zusätzlich Einkaufskorb und Gepäck berücksichtigt werden können. Beachten Sie die Werte in der Bedienungsanleitung.
Tandem-Zwillingswagen sind meist schmaler als Side-by-Side-Modelle, dafür länger. Je nach Konstruktion sitzen die Kinder hintereinander, auf unterschiedlicher Höhe oder einander zugewandt. Die Aufsätze lassen sich nicht bei jedem Wagen frei miteinander kombinieren.
Ein stabiler Rahmen, zwei unabhängig einstellbare Sicherheitsgurte und eine zuverlässige Feststellbremse sind besonders wichtig. Die Nutzungsdauer richtet sich nach Sitzgröße, Körpergewicht und den Herstellergrenzen. Einige Modelle können bis etwa zum dritten oder vierten Lebensjahr verwendet werden.
Unterwegs mit einem Drillingswagen
Drillingskinderwagen sind deutlich seltener als Einzel- oder Zwillingswagen. Je nach Modell befinden sich die drei Babywannen oder Sitze nebeneinander, hintereinander oder auf mehrere Ebenen verteilt. Jede Anordnung hat eigene Vor- und Nachteile.
Bei einer Tandemanordnung bleibt der Wagen vergleichsweise schmal, wird jedoch sehr lang. Das kann das Lenken, Wenden und Überqueren von Straßen erschweren. Modelle mit drei nebeneinander angeordneten Plätzen sind kürzer, passen aber möglicherweise nicht durch Türen oder in Aufzüge.
Einige Systeme kombinieren zwei Plätze im hinteren Bereich mit einem vorderen Sitz. Welche Kinder in welche Richtung schauen, hängt von der jeweiligen Konstruktion ab. Eine allgemeingültige Sitzanordnung gibt es nicht.
Vor dem Kauf sollten Sie besonders sorgfältig die Breite, Länge, das Gewicht und den Wendekreis prüfen. Auch die Tragfähigkeit von Aufzügen und Rampen kann relevant sein. Testen Sie, ob sich der Wagen mit drei entsprechend schweren Kindern noch kontrolliert lenken und sicher bremsen lässt.
Nicht jeder Drillingswagen ist ab der Geburt geeignet. Für Neugeborene sind passende Babywannen oder andere vom Hersteller ausdrücklich freigegebene flache Liegeflächen erforderlich. Eine lediglich weit zurückgestellte Buggy-Rückenlehne reicht dafür nicht automatisch aus.
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Was ist ein Buggy?
Ein Buggy ist ein kompakter und meist leichter Sportwagen für Kinder, die bereits ausreichend Kopf- und Rumpfkontrolle besitzen. Er lässt sich vergleichsweise klein zusammenklappen und eignet sich deshalb besonders für Reisen, öffentliche Verkehrsmittel und den Einsatz in der Stadt.
Das Gewicht kann je nach Ausstattung stark variieren. Sehr leichte Reisebuggys wiegen teilweise weniger als 7 kg, komfortabel gefederte Modelle dagegen deutlich mehr. Ein geringes Gewicht erleichtert das Tragen, kann aber mit kleineren Rädern, weniger Federung und einem kompakteren Sitz einhergehen.
Das Kind wird mit einem gut einstellbaren Fünfpunktgurt gesichert. Ein zusätzlicher Schutzbügel kann den Komfort erhöhen, ersetzt aber niemals den Sicherheitsgurt. Die Sitzfläche sollte ausreichend Platz bieten und eine stabile Haltung ermöglichen.
Bei vielen modernen Buggys lässt sich die Rückenlehne stufenweise oder nahezu flach einstellen. Trotzdem ist ein Buggy nicht automatisch für Neugeborene geeignet. Eine Nutzung ab der Geburt ist nur zulässig, wenn der Hersteller dies ausdrücklich bestätigt und eine geeignete Liegeposition, Babywanne oder ein zugelassener Neugeboreneneinsatz vorhanden ist.
Die häufig genannte Altersgrenze von sechs Monaten ist nur ein Richtwert. Entscheidend ist, ob das Kind selbstständig stabil sitzen beziehungsweise die vom Hersteller verlangte Entwicklungsstufe erreicht hat. Frühgeborene und Kinder mit besonderen körperlichen Voraussetzungen benötigen möglicherweise länger.
Ein guter Buggy sollte über ein stabiles Fahrwerk, eine zuverlässige Bremse und ausreichend Bewegungsfreiheit verfügen. Schwenkbare Vorderräder machen ihn wendig. Für Kopfsteinpflaster und unebene Wege sind größere, feststellbare Räder und eine wirksame Federung von Vorteil.
Nicht jeder Buggy ist ausschließlich für glatte Stadtwege gedacht. Es gibt robuste All-Terrain-Buggys mit größeren Reifen und guter Federung. Zum Joggen dürfen sie jedoch nur verwendet werden, wenn der Hersteller das Modell ausdrücklich dafür zugelassen hat.
Prüfen Sie vor dem Kauf außerdem das Faltmaß, die Größe des Einkaufskorbs und die Höhe des Schiebebügels. Ein Buggy, der gut in den Kofferraum passt, ist nicht automatisch bequem für große oder kleine Eltern. Eine Probefahrt kann deshalb sehr hilfreich sein.
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